Neue EU-Regeln für Online-Gaming-Branche

Heike Cole - 28-02-2019

GSA

Mark Pace, der Geschäftsführer des europäischen Zweiges der Gaming Standards Association (GSA), wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) ausgewählt, um die Erstellung der Berichtsstandards für das Online-Gaming in der EU zu leiten.

Die Gaming Standards Association (GSA) ist eine weltweite Organisation zur Aufstellung von Normen mit Sitz in Malta, die sich darauf konzentriert, die regionalen Bedürfnisse von Anbietern, Herstellern, Online Casinos und landbasierten Casinos und Aufsichtsbehörden außerhalb von Nordamerika zu erfüllen.

Die GSA hat eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte und ihre Arbeit beeinflusst Entwicklungen und Regelungen überall in der Glücksspielbranche. Mit der GSA Europa werden die Bedürfnisse dieses äußerst vielseitigen Bereichs der Branche in Bezug auf Entwicklung, Betrieb und Regelungen noch besser beleuchtet.

Die Arbeit der GSA im CEN-Komitee TC 456

Das Europäische Komitee für Normung (Comité Européen de Normalization, kurz CEN), hat das Arbeitsgremium CEN/TC 456 gebildet, das Standards für Online-Glücksspiele erarbeiten soll. Die GSA Europa war dem Komitee 456 bereits 2017 als Verbindungsorganisation beigetreten. Als solche hat sie die Aufgabe, dem CEN-Komitee mit ihrem Fachwissen bei der Ausarbeitung von Normen zur Seite zu stehen.

Die Wahl von Mark Pace sei laut GSA auf die bereits begonnene Arbeit von GSA Europa im Komitee ein klarer Schritt gewesen. Spezifisch handelt es sich dabei um die Schaffung eines einheitlichen Standard-Datensatzes. Zudem arbeite die GSA Europa an der Standardisierung der Art und Weise, in der Daten von den Online-Glücksspielanbietern an die Regulierungsbehörden übermittelt werden.

Die GSA hat bereits im Jahr 2017 mit seinem TPI (Third Party Interface) für Aufsehen gesorgt, das auf einer JSON- und WebSocket-Technologie basiert  und standardisierte Schnittstellen zwischen iGaming-Plattformen und Remote-Game-Servern sowie Remote-Game-Servern und progressiven Jackpot Controllers beschreibt. Darüber hinaus zeigt die Spezifikation, wie die URLs formatiert werden sollen, die zum Starten von Spielen auf Remote-Game-Servern verwendet werden. Die Spezifikation unterstützt in vollem Umfang Online-Gaming-Operationen, die mehrere Zuständigkeitsbereiche umfassen, so dass jede Aktivität im Zusammenhang mit einer Jurisdiktion leicht isoliert und separat ausgewiesen werden kann. Dies war ein extremer Meilenstein.

Was fügt die GSA hinzu?

Abgesehen davon, dass Mark Pace die Arbeit des Technischen Komitees leitet, wird die GSA Europa dem CEN den Entwurf des Regulierungs-Datenbasis (Regulatory Data Set) sowie der Regulierungs-Schnittstelle (Regulatory Reporting Interface) kostenfrei überlassen, denn für die GSA bedeutet die Zusammenarbeit mit dem Gremium eine wichtige Anerkennung für die eigenen Bemühungen.

Das Regulierungs-Datenbasis ist der Entwurf eines Datenverzeichnisses, das alle Daten enthält, die Online-Glücksspielsysteme generieren. Bei der Regulierungs-Schnittstelle handelt es sich um den Entwurf einer Schnittstelle für die Berichterstattung. Das Übertragungsprotokoll legt fest, wie die Daten gesammelt werden, damit Berichte in nahezu Echtzeit sowie in regelmäßigen Abständen an die Regulierungsbehörden geliefert werden können.

Die neuen Standards für die gewachsene Glücksspiel-Branche

Die GSA hat sich bereits in der Vergangenheit bemüht, die technischen Standards im Glücksspiel-Sektor festzulegen. Im Jahr 2018 hatte sie so zum Beispiel bekanntgegeben, ein technisches Komitee zur Bewertung der Blockchain-Technologie einzurichten. Sie geht davon aus, dass die Blockchain-Technologie die Glücksspiel-Branche revolutionieren wird und dadurch einheitliche Branchen-Standards einführen möchte. Die Einführung der Blockchain-Technologie und mit ihr des Bitcoins könnte die Zahlungssysteme der Glücksspiel-Anbieter radikal verbessern, zugleich aber auch standardisieren. Der Bitcoin bietet laut Expertenmeinung eine hervorragende Basis für schnelle und sichere Zahlungen und auch als mögliche, standardisierte Datenquelle.

Im Oktober hatte die GSA die Zusammenarbeit mit BlockRe, einem Risikobewertungsunternehmen bekanntgegeben. Dieses soll die Risiken von Blockchain-Lösungen für die Glücksspiel-Branche bewerten und bei der Entwicklung von neuen Standards helfen. Die GSA gehe davon aus, dass der aus der Zusammenarbeit hervorgehende Rahmen auch für die Regulierungsbehörden von Interesse sein könnte.