Lootboxen – das Spiel mit dem Glück

Heike Cole - 19-08-2019

Lootboxen – das Spiel mit dem GlückEs hat lange gedauert, doch seit einiger Zeit werden Lootboxen auch medial heiß diskutiert – vor allem, da die Spielestudios mit ihnen Milliarden umsetzen, diese aber durchaus das Potenzial besitzen, süchtig zu machen. Gerade Kinder und Jugendliche in Games sind massiv betroffen und produzieren nicht selten hohe Schulden.

Dann doch lieber das Spiel im Online-Casino

Bis vor einer Weile war alles recht klar. Wer sich auf Glücksspiel einlassen wollte, konnte Lotto spielen, eine Spielbank besuchen oder über das mobile Endgerät wie dem Smartphone auf einen der unzähligen Anbieter von Online-Casinos zurückgreifen. Diese offerieren heute ein facettenreiches Spektrum an diversen Slots und klassischen Casino-Spielen gegen Echtgeld. So kann der Spieler auf dem Portal neue-spielhalle.com Casino-Rezensionen lesen und sich im Vorfeld über die Plattform umfänglich mit dem Thema auseinandersetzen. So ist es möglich, verantwortungsbewusst mit dem Thema Glücksspiel umzugehen. Hier ist außerdem klar, dass es sich um ein solches handelt. Bei den unzähligen Free2Play-Apps, die im mobilen Sektor dominieren, ist dies nicht immer gleich offensichtlich. Viele, die sich darauf einlassen, merken oft zu spät, dass sie der perfiden Taktik von Spieleentwicklern in die Falle gegangen sind.

An dieser Stelle soll noch einmal verdeutlicht werden, dass das Glücksspiel als solches in Deutschland klaren Regulierungen unterworfen ist. So muss als Beispiel eine Lizenz bestehen, die in der Europäischen Union gültig ist. Gespielt werden darf, auch in Online-Casinos, erst nach der Volljährigkeit. Bei den Apps und Spielen, die sich auch Kinder und Jugendliche über die unterschiedlichen Portale herunterladen können, gehören die Lootboxen hingegen fast schon zum Standard. Insofern kommen gerade Minderjährige leicht in Kontakt mit dieser ungefilterten Art des Glücksspiels.

Was genau sind Lootboxen?

Im Grunde sind Lootboxen Beutetruhen, in denen sich digitale Gegenstände befinden. Diese virtuellen Belohnungen sind, bis zu einer Grenze, meist spielerisch zu erhalten. Mit ihnen finden sich zum Beispiel neue Ausrüstungsgegenstände oder andere Items. Doch auch Dinge, die einen tatsächlichen Spielvorteil ermöglichen, sind enthalten. Überwiegend sind diese jedoch im Tausch mit einer In-Game-Währung erhältlich. Hier gibt es Gold, spezielle Token oder Münzen. Sie können in einigen dieser Apps durch sehr langes Spielen bezogen werden. 

Jedoch ist es ebenso möglich, sie mit echtem Geld zu kaufen. Angefangen von Beträgen unter einem Euro bis hin zu 100 Euro und mehr ist heute alles normal. So bekommt der Spieler vielleicht eine besondere Rüstung für 1,99 Euro oder eine Waffe für 9,99 Euro. Der Haken ist jedoch, dass er vorher eben nicht weiß, was in den Boxen enthalten ist. Einige Anbieter zeigen die Wahrscheinlichkeiten über einen Infobutton an. Ein Großteil tut dies hingegen nicht. Dabei besteht für besonders seltene Dinge eine Chance von üblicherweise 0,03 Prozent und weniger. Somit ist eine App, aber auch ein Computerspiel, das auf diese Mechaniken setzt, als Spiel mit dem Glück anzusehen.

Glücksspiel und Beutetruhen in einem Atemzug

Rein vom Standpunkt der Psychologie aus betrachtet, sind Lootboxen nichts anderes als das Zocken am Casino-Automaten, denn der Gamer hofft auf einen besonderen Ertrag. Dabei wirken die kleinen Gewinne motivierend und veranlassen nicht wenige dazu, mehr von den Beutetruhen zu kaufen. Wie erwähnt, ist die Wahrscheinlichkeit, das Erhoffte zu erhalten, winzig. Das ändert sich auch durch den mehrfachen Kauf dieser Truhen nicht.

Interessant ist diesbezüglich, dass die Weltgesundheitsorganisation, die erst die Computerspielsucht als internationale Krankheit klassifiziert hat, dieselbe Beschreibung für die Glücksspielsucht wählt. So existiert Grund zur Annahme, dass die „Gambling Disorder“, die aus den gleichen Kriterien wie die Computerspielsucht besteht, auch mit den Lootboxen einhergeht. Psychologen sehen die Glücksspielmechanismen von den Beuteboxen heute ganz klar kritisch – vor allem nach Studien, die zu diesem Thema in der Zwischenzeit durchgeführt wurden. Übrigens gibt es in diesem Bereich viele Spieler, die bereits glücksspielabhängig sind und sich die Boxen kaufen, aber auch solche, die durch die Spielmechanismen erst zum Lootbox-Kauf animiert und dadurch süchtig werden.

Leider fehlen bis heute gesicherte Zahlen darüber, wie viele dieser Beutetruhen tatsächlich verkauft werden. Der Schaden, der durch sie angerichtet wird, ist jedoch bekannt. Betroffen sind vor allem 20- bis 23-Jährige. Doch auch Gamer, die jünger als 15 Jahre sind, zeigen sich bereits verschuldet oder haben kriminelle Handlungen ausgeführt, um das Geld für die Boxen aufzutreiben. Forscher rechnen, dass bis 2022 weltweit rund 50 Milliarden Dollar mit den Beutekisten umgesetzt werden.

Da weder Hersteller noch Staat die Lootboxen als Glücksspiel sehen, ist das Angebot aktuell unproblematisch. Denn, so wird argumentiert, müsse niemand diese Beutekisten kaufen und öffnen.