Was sind die Gründe der Schließung?

Heike Cole - 25-09-2019

Microgaming schließt seine Poker-PlattformJohn Coleman, CEO von Microgaming, gab am Freitag den 20. September über einen Blog Post bekannt, dass sie spätestens im 3. Quartal 2020 Ihr Microgaming Poker Network schließen werden. Diese Entscheidung wurde getroffen, als die Wirtschaftlichkeit und Produktivität der Microgaming-Sparten überprüft wurden. Die Ausrichtung von Microgaming über die Produktportfolios hinweg wird künftig in eine andere Richtung gehen.

Microgaming, ein Urgestein in der iGaming-Branche, brachte im Jahr 2003 die „Prima Poker“-Plattform auf den Markt, die dann später in MPN (Microgaming Poker Network) umbenannt wurde. Über die letzten Jahre ließ sich aber feststellen, dass die Plattform eher stagnierte als florierte und dass die Kosten von Jahr zu Jahr höher wurden. Insgesamt 16 Betreiber bieten noch Ihr Angebot auf der Plattform ab – in den Blütezeiten der Plattform waren dies über 20. Auch die Konkurrenzsituation macht den Plattformgedanken nicht einfacher, denn Konkurrenten wie PokerStars haben Microgaming in diesem Bezug den Rang abgelaufen.

Wie hat sich das Poker Network entwickelt

Das Microgaming Poker Network, das vom Casino-Spiele-Giganten Microgaming im Jahr 2003 entwickelt und auf den Markt gebracht wurde, war viele Jahre Marktführer und für alle anderen Anbieter ein Vorreiter in der Technologie der Online-Spiele. Sehr viele der bekanntesten Online-Poker-Spieler haben ihre Karrieren auf dieser Plattform begonnen, dort die ersten Online-Poker-Spiele gespielt und sich über die ersten Turniere für weitere Aufgaben empfohlen. Aber was am Anfang wie ein Selbstläufer aussah, hat sich dann über die Jahre als Kostenfaktor entwickelt und die Konkurrenz kam Microgaming zuvor. Heutzutage wird im Bereich des Online-Pokers die MPN-Plattform nur noch als Nr. 3 hinter PokerStars und WSOP gehandelt.

Dies, die rasanten Kostensteigerungen und die fehlenden neuen Betreiber auf der Plattform haben sicherlich auch dazu geführt, dass Microgaming diese Entscheidung nicht schwer viel.

Müssen Spieler nun Angst um ihr Geld haben?

Der CEO von Microgaming betont ausdrücklich, dass es keine finanziellen Probleme der Plattform gibt und das die Beendigung dieser in internen Gründen zu suchen ist. Alle Spielergelder auf den Konten sind selbstverständlich sicher und alle geplanten Events, wie z. Bsp. die kommende Microgaming Poker Network Tour auf Malta wird selbstverständlich wie geplant im Oktober stattfinden. Ebenfalls werden weiterhin Turniere auf der Plattform stattfinden und auch die Werbeangebote weder bis nächstes Jahr geschaltet.

Lag es an den Poker Bots und was wird Microgaming nun machen?

Da der CEO auch den Kostenaufwand für die Plattform als Mitgrund genannt hat, könnten auch die neusten Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz (AI) und auch der Weiterentwicklung von illegalen Poker Bots zu dem Entschluss beigetragen haben. Fall Sie Poker Bots nicht kennen – dies sind Computerprogramme, die sich einfach hinter Echtgeldkonten verstecken lassen und die im 24-Stunden-Betrieb automatisch spielen. Es ist selbstredend, dass dies illegal ist, und der Schaden liegt weniger an den Gewinnen, sondern an den Belohnungen für Vielspieler, was diese Bots ja sind. Die Anbieter kontrollieren durchgehend alle Konten und Microgaming konnte bei der letzten Überprüfung feststellen, dass jedes 80. Konto ein Poker Bot-Konto ist. Diese wurden natürlich gelöscht, aber die Dunkelziffer ist groß. Eventuell mit ein Grund, weshalb sich Microgaming zu der Schließung entschlossen hat.

 John Coleman hat aber mitgeteilt, dass der Rückzug kein Abschied sein. Microgaming wird weiter in der Poker-Szene präsent sein, nur die Plattform wird es nicht mehr geben.