Paypal: Weniger Zahlung an Online Casinos

Heike Cole - 27-02-2019

PayPalPayPal ist eine der weltweit meistgenutzten Methoden für die Abwicklung von Onlinezahlungen. Nun hat der Finanzdienstleister in Deutschland damit begonnen, die Möglichkeit von Geldtransfers an einzelne Online Casinos einzuschränken.

PayPal bei Online Casinos beliebt

Beim Kauf von Waren und Dienstleistungen im Internet führt inzwischen kaum noch ein Weg an PayPal vorbei. Weltweit vertrauen unzählige Onlinehändler und Millionen von Kunden auf die sichere und unkomplizierte Zahlungsmethode.

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass immer mehr Online Casinos dazu übergegangen sind, PayPal zu ihren Zahlungsoptionen hinzuzufügen. PayPal ist diese Praxis anscheinend ein Dorn im Auge, denn das Unternehmen hat damit begonnen, erste Anbieter aus der Liste der akzeptierten Finanzpartner zu streichen.

888 Holding und GVC Holding: ohne PayPal

Zu den ersten betroffenen Unternehmen gehören 888 Holdings und GVC Holdings. Die Glücksspiel-Konzerne sind in Deutschland mit Online Casinos wie dem 888casino, CasinoClub oder Partycasino vertreten. Bei ihnen ist es für Kunden seit Mitte Dezember 2018 nicht mehr möglich, PayPal als Zahlungsoption auszuwählen.

GVC hat zudem angekündigt, PayPal ab dem 19. Dezember 2018 aus sämtlichen Online Casinos des Konzerns in Deutschland als Zahlungsoption zu entfernen. Eine Erklärung für diesen Schritt blieb der Konzern allerdings schuldig. Auch 888 Holdings äußerte sich nicht öffentlich zu dem PayPal-Bann.

Bisher sind keine Einschränkungen bei weiteren Anbietern bekannt. Doch es ist allerdings noch vollkommen offen, ob PayPal künftig weitere Online Casinos ausschließen wird.

Unklare rechtliche Situation ist einer der Gründe

Einer der Gründe für PayPals Schritt könnte in der schwierigen rechtlichen Lage liegen, die derzeit in Deutschland herrscht. So ist es noch immer nicht eindeutig geklärt, wie Online-Glücksspiel hierzulande gesetzlich überhaupt einzuordnen ist.

Zwar steht im Glücksspielstaatsvertrag, dass „das Veranstalten und Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet“ verboten ist (§ 4 Absatz 4), doch die internationalen Anbieter berufen sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit sowie vorhandene Glücksspiel-Lizenzen aus europäischen Staaten, die sie zum Betrieb der Online Casinos in Deutschland berechtigten.

Solange Bund und Länder keine eindeutige Regelung zur Behandlung des Online-Glücksspiels erlassen, operieren die Unternehmen in einem Graubereich. Es ist diese fehlende rechtliche Grundlage, die PayPal vor festen vertraglichen Bindungen mit den Online Casinos zurückschrecken lässt.

Seit Juli 2018 kein Käuferschutz mehr

Insbesondere deutsche Casinofans bevorzugten PayPal bisher, um eine einfache, schnelle und sichere Zahlung zu initiieren und abzuschließen. Doch von vielen Anhängern des faszinierenden Online-Glücksspiels unbemerkt, hat PayPal schon Ende 2016 seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu Ungunsten der Online Casino-Spieler geändert. Ein genauerer Blick auf die aktualisierten Käuferschutzrichtlinien zeigt im Punkt 3.2 der AGBs von PayPal das folgende: Ohne Anspruch auf Käuferschutz bleiben in Zukunft „jegliche Wetteinsätze und sonstige Glücksspielaktivitäten“.

Einer der Gründe für diesen durchaus überraschenden Schritt zeigt sich im rasanten und imposanten Wachstum des weltweiten Glücksspielmarktes in den letzten Jahren. Denn immer mehr internationale Online Casinos wollen vom beeindruckend rasanten Boom der digitalen Spielautomaten und Live-Casinos profitieren. Klar ist, dass damit auch automatisch die Anzahl der „schwarzen Schafe“ in der Online Casino-Branche steigt, die den sehr guten Ruf der absolut seriösen renommierten und besten Online Casinos letztlich schädigen könnten. PayPal setzt deshalb in diesem Bereich ganz konsequent auf Risikominimierung und sichert sich künftig noch nachhaltiger als bisher gegen den potenziellen Missbrauch seiner Plattform zur Wehr.

PayPals Käuferschutz war einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg des Zahlungsanbieters, der ursprünglich als Tochterunternehmen von eBay gegründet wurde. Besonders in dem Auktionsgeschäft zwischen Privatpersonen dient der Käuferschutz zur Absicherung der Parteien, denn er garantiert den Käufern eine Rückerstattung gezahlter Gelder, falls die vereinbarte Lieferung der Leistung ausbleibt.

Seit Einführung wurde der Service bereits millionenfach in Anspruch genommen und gewährt Kunden beim Onlinehandel auch heute noch Schutz vor Betrug.