Glücksspielmarkt 2017 um 300 Mio. erhöht

Heike Cole - 04-03-2019

Erfreuliches Wachstum im deutschen GlücksspielmarktDie Zeichen für die Glücksspielindustrie in Deutschland stehen auf Erfolg. Eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Goldmedia hat nun herausgefunden, dass der deutsche Glücksspielmarkt im Jahr 2017 um 300 Millionen Euro gewachsen ist.

Umsatz von 13,5 Mrd. Euro im Jahr

Die Marktforscher von Goldmedia mit Sitz in Berlin haben die Ergebnisse ihrer jüngsten Studie „German Gambling Market Monitor 2018“ veröffentlicht. Untersucht haben die Fachleute die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarkts in den Jahren 2015 bis 2017.

Die Ergebnisse sprechen durchaus für sich. So erwirtschaftete der gesamte regulierte Markt in Deutschland im Jahr 2017 Bruttospielerträge in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Dabei berücksichtigt wurden sämtliche Glücksspielformen, angefangen bei Lotterien über Sportwetten bis hin zu Spielautomaten, Online Casinos und Spielhallen/-banken im Land.

Schwarzmarkt ist immer noch gefährlich

Georg Stecker, der Sprecher des Vereins Deutsche Automatenwirtschaft, äußerte sich in einem ersten Statement bereits zur Studie. Darin wies er auf die Gefahren des unregulierten Schwarzmarkts hin und forderte von der Politik, endlich für eine flächendeckende und zielführende Regulierung zu sorgen:

„Mit Sorge sehen wir das Wachstum auf dem Glücksspielgrau- und Schwarzmarkt. Es gilt, den Glücksspielmarkt ganzheitlich und mit gleichen Spielregeln für alle zu regulieren. Nur eine kohärente Regulierung aller Spielformen nach einheitlichen Qualitätsmaßstäben kann Grau- und Schwarzmärkte eindämmen, Verbraucher nachhaltig schützen und das legale Spiel stärken. Es macht keinen Sinn, wenn Spielhallen nach Abstand und Größe reguliert werden, während illegal online an jedem Ort und zu jeder Zeit gespielt werden kann.“

Hier haben die Landesregierungen noch einen großen Baustein vor sich, der mit Sorge von allen Beteiligten beäugt wird.

Großes Plus bei den Sportwetten

Die Summe von 13,5 Mrd. Euro Umsatz für das Jahr 2017 stellt ein Plus von 300 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2016: 13,2 Mrd. Euro) dar. Mit Blick auf das Untersuchungsjahr 2015 (2015: 12,4 Mrd. Euro) liegt das Wachstum sogar bei rund 1 Mrd. Euro.

Spitzenreiter unter den verschiedenen Wettarten sind tatsächlich Sportwetten. In diesem Bereich konnte der Markt das größte Wachstum verzeichnen und seit 2015 ein Plus an Wetteinsätzen in Höhe von 56 % registrieren. Der daraus erwirtschaftete Gewinn für die Anbieter fiel dabei um 17 % höher aus als noch im Jahr 2016.

Verantwortlich für das Wachstum im Sportwettenbereich seien laut Goldmedia rund 90 Anbieter. Diese dürften nach Einschätzung der Forscher im Jahr 2018 ein weiteres Hoch dank der Fußball WM in Russland haben. Die ganze Branche ist schon gespannt wenn die Zahlen für das Jahr 2018 veröffentlicht werden.

Staatliche Lotterie-Anbieter weiterhin unter Druck

Die staatlichen Lotterieanbieter sind auf dem deutschen Glücksspielmarkt weiter unter Druck geraten. Wie aus der Branchenstudie hervorgeht, verlor das Lotterie-Segment in einem wachsenden Gesamtmarkt seit 2016 rund drei Prozent seiner Erträge, vor allem aufgrund von Verlusten im wichtigsten Spiel „6 aus 49“. Zu diesen Ergebnissen kommt das Beratungsunternehmen Goldmedia in ihrer aktuellen Untersuchung.

Genaue Zahlen zum Volumen der Erträge im Lotterie-Segment wurden nicht genannt. Staatliche Lotterien würden im Internet aber durch unregulierte „Zweit-Lotterien“ von EU-Wettanbietern aus Malta und Gibraltar stark unter Druck gesetzt, heißt es.

Die Bundesländer ringen indes seit langem um eine Reform der Kontrolle über den Glücksspielmarkt. Es geht um einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Zukunft des staatlichen Lottomonopols und eine Regulierung des boomenden Glücksspiels im Internet. Die oft aus anderen EU-Ländern kommenden Sportwettenanbieter agieren in einem Graubereich: Sie unterliegen zwar keiner deutschen Regulierung, werden aber geduldet und dürfen ihre Dienstleistungen in Deutschland anbieten, was natürlich vielen ein Dorn im Auge ist.